Interdisziplinäres Forschungsprojekt - die Teams „Nachhaltiges Bauen“ (Fakultät Bauwesen) und „Composite Circularity Lab“ (Fakultät ING) forschen gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für zukünftige Baustoffe und am Recycling von alten Windkraft-Rotorblättern.
Am 31. März 2026 fand an der HTWK Leipzig das Kick-Off-Meeting des von der SAB finanzierten Forschungsprojektes „Verfahren zur Wiederverwendung von verbrauchten Verbundbauteilen im Bauwesen“ (ReComCret) statt. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Bereiche Windenergie, Bauproduktion und Leichtbau soll in ReComCret ein systemorientierter ganzheitlicher Ansatz für die Herstellung und Wiederverwendung von EoL-Verbundbauteilen aus Windturbinenblättern (WTB) für Anwendungen im Bauwesen in Form von Glasfaserbeton erarbeitet und bis zum marktreifen Produkt entwickelt werden.
Die Forschungsgruppen „Nachhaltiges Bauen“ unter der Leitung von Prof. Klaus Holschemacher (Fakultät Bauwesen) und „Composite Circularity Lab“, Prof. Robert Böhm (Fakultät Ingenieurwissenschaften), erarbeiten in den nächsten Jahren gemeinsam mit den regionalen Unternehmen Betonwerk Oschatz GmbH und Caruso Umweltservice GmbH Strategien zur Wiederverwendung von Faserverbundwerkstoffen aus alten Windkraft-Rotorblättern am Ende ihrer Lebensdauer (End-of-Life, EoL). Die EoL-Materialien sollen dabei einem zweiten Lebenszyklus, dem sogenannten 2nd Life, zugeführt werden. Ziel ist es, Materialien für Niedrig- und Null-Emissions-Gebäude, sogenannte (nearly) Zero Emission Buildings, bereitzustellen.
„Zum einen wollen wir die strukturelle Integrität der EoL-Materialien möglichst bewahren und Elemente wie die Rotorblatt-Gurte, die sog. Spar Caps z.B. in Fassadenelementen wiederverwenden“ erklärt Philipp Johst, Forschungsgruppenleiter des CCL.
Dr. Alexander Kahnt, Leiter der Forschungsgruppe „Nachhaltiges Bauen“ ergänzt: „Eine zweite Strategie besteht darin, Glasfaser-Rezyklate herzustellen und neben einer Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von Betonen auch die CO2-Emissionen im Betonbereich zu senken.“
Das Vorhaben wird mit 1,35 Millionen Euro durch die SAB in Ko-Finanzierung mit der EU gefördert und läuft bis April 2028.